Samstag, 3. Mai
UmverkehR: Die Städteinitiative
Der motorisierte Individualverkehr wird in Umfragen von den StadtzürcherInnen oftmals als grösstes Problem bezeichnet. Die Umweltorganisation umverkehR lanciert im April ihre Städte-Initiative. Sie will ÖV, Fuss- und Veloverkehr stärken und die Kapazitätsausweitung der Strasse stoppen. UmverkehR zeigt einen Dokumentarfilm über die Westtangente: Darin kommen jene zu Wort, die am stärksten unter der verfehlten Verkehrsplanung in Zürich leiden.
15 Uhr, Zeughaus 5
68 – Prozess und Event (Crashkurs Marximus III)
1968 war keine soziale Revolution, sondern die Reaktion auf die soziale Revolution, die bereits stattgefunden hatte. In den hoch entwickelten kapitalistischen Ländern verschwanden nach 1960 die Bauern als eine quantitativ und ökonomisch relevante Menschengruppe, und es stieg eine neue Massenschicht auf: die Intelligenz. Wer es so betrachtet, wird 68 historisch als das Betriebsgeräusch wahrnehmen, das entstand, weil die neue Massenschicht sich auf ihren Platz im politischen und gesellschaftlichen System drängelte. Der konkret-Autor Georg Fülberth mit dem 1. anderen Blick auf das 40-Jahr-Jubiläum.
Prozess und Event. Jungle World, 17. Januar 2008.
15 Uhr, Glaspalast
Stadtrundgang: Hegemonie - Gegenhegemonie (Crashkurs Marxismus IV)
Eine unkonventionelle Einführung in die Hegemonietheorie des Mitgründers der KPI Antonio Gramsci. 2007 haben wir die Einführung und die in Theorie von Hegemonie und Gegenhegemonie anhand eines kleinen Stadtrundgangs durch Aussersihl ausprobiert. Die Reaktionen waren so positiv, dass wir den Spaziergang mit Gramsci wiederholen. Der Luzerner Sozialwissenschaftler Bernhard Walpen wird auf dem Rundgang die Schauplätze mit den Thesen Gramscis verlinken.
Bernhard Walpen «Die offenen Feinde und ihre Gesellschaft» ISBN 3-89965-097-2 www.vsa-verlag.de
17 Uhr, Besammlung vor dem OK-Büro.
ABGESAGT: Für eine politische Lösung des Krieges in Kolumbien
Am 1. März 2008 fielen nicht nur 26 Mitglieder der kolumbianischen Guerillabewegung FARC, darunter ihr wichtigster Unterhändler Raúl Reyes und einige ihrer Gäste, den auf ecuadorianischen Boden abgeworfenen Bomben der kolumbianischen Armee zum Opfer. Mit dem Angriff sollte auch eine Verhandlungslösung in Kolumbien torpediert und den «vorwegnehmende Präventivkrieg» gegen die bolivarische Hoffnung in Lateinamerika befördert werden. Es ist auch nicht erstaunlich, dass der Angriff der kolumbianischen Armee auf das FARC-Camp von der US-Basis Manta in Ecuador aus geleitet worden ist. Dass Washington Kolumbien als Drehscheibe für den kontinentalen Terror aufbauen will, stösst selbst den «gemässigten» Regierungen von Chile oder Paraguay sauer auf. Und die Guerilla, die hier in Europa Gegenstand einer medialen Dauerhetze bis hinein in progressive Kreise ist, wehrt sich ebenfalls gegen ihre «Ausschaltung», die von Washington als zwingendes Gebot im kontinentalen Rollback betrieben wird. Gegeninformation tut Not. Eine Diskussion mit VertreterInnen der venezolanischen Botschaft und kolumbianischen Flüchtlingen, sowie der Botschaften von Ecuador und Kuba (angefragt). Moderation: Dieter Drüssel.
ABGESAGT: Findet nicht mehr statt - wäre um 17 Uhr im Zeughaus vorgesehen gewesen. Mehrere geladene Gäste haben kurzfristig abgesagt. Alternative: Crash-Kurs Marxismus IV.
Von der Arbeit in indischen Steinbrüchen
Schuldknechtschaft, sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit sind in vielen Steinbrüchen Indiens Alltag. Gekauft werden die dort abgebauten Steine auch mit unseren Steuergeldern. Sie «zieren » Dorfplätze und Randsteine in der Schweiz. Kantone und Gemeinden berücksichtigen bislang beim Einkauf von Produkten keine sozialen Kriterien. Manmohan Shastri, Aktivist aus Bangalore/Indien, berichtet über die Arbeitsbedingungen in indischen Steinbrüchen und zeigt Wege auf, wie sich die Menschenrechtssituation verbessern lässt. Eine Vertreterin des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH stellt die Kampagne «Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern» vor
17 Uhr, Glaspalast
Respekt und Rechte für Hausarbeiterinnen – hier und dort
Weltweit arbeiten Millionen von Frauen als Hausangestellte. In Südafrika kämpft die Hausarbeiterinnengewerkschaft SADSAWU für ihre Anerkennung innerhalb der Gesellschaft und innerhalb der Gewerkschaft. In Hongkong setzt sich die Indonesian Migrants Workers Union (IMWU) für die Rechte der 235 000 Hausangestellten ein. Myrtle Witbooi und Hester Stephens von SADSAWU, Rusemi von der IMWU und VertreterInnen der Sans-Papiers- Anlaufstelle SPAZ berichten über die Arbeitsbedingungen, den legalen und sozialen Status sowie die Organisierung von Hausangestellten in Südafrika, Hongkong und der Schweiz.
19 Uhr, Glaspalast
Braucht die Schweiz neue Kampfflugzeuge?
Der Bund möchte für mehrere Milliarden neue Kampfflugzeuge kaufen, während in Bereichen wie Bildung und Soziales jeder Franken zweimal umgedreht wird. Die GSoA bekämpft diesen Unsinn mittels Volksinitiative, die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Der Workshop informiert über Beschaffungspläne, mögliche Korruption und Initiative. Eine Veranstaltung der GSoA.
19 Uhr, Zeughaus 5
Wer bist du, dass du sprichst? (Film)
Drei Frauen erzählen aus ihrem Leben in der Türkei.
21 Uhr, Glaspalast
Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion
In der Sowjetunion wurde der Kapitalismus wieder hergestellt. Die Ursache dafür lagen aus der Sicht der AktivistInnen der Arbeiterbildung Zürich im inneren des Systems. Welche Schlüsse müssen – unter anderem aus der Sicht der proletarischen Kulturrevolution im China unter Mao Tse-tung – gezogen werden, damit sich die Fehler nicht wiederholen?
21 Uhr, Zeughaus 5