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Flüchtlinge,
Sans-Papiers und antirassistische Gruppen werden an der Spitze
der diesjährigen 1.-Mai-Demonstration laufen. Und damit ein
Signal setzen: Gegen Ausgrenzung – für ein solidarisches
Zusammenleben. Weil Menschen Menschen sind, und nicht
«legal» oder «illegal».
Kein Mensch ist
illegal – nicht nur am 1. Mai
Gerne
wird Rassismus als gesellschaftliches Phänomen von der
gesellschaftlichen Mitte an den rechten Rand verpflanzt.
Tatsache ist jedoch, dass der Rassismus nicht das Problem
einiger gewalttätiger Rechtsradikaler ist. In breiten
Bevölkerungskreisen herrscht ein feindliches Klima für alles
Fremde und Andere. Das Bild des «kriminellen Ausländers»,
des «aggressiv-gewaltättigen Fremden» oder des «fundamentalistisch-nicht
assimilierbaren Anderen» durchzieht alle Schichten.
Die
Auseinandersetzung um die «18 Prozent-Initiative» der neuen
«Überfremdungs-Fanatiker» hat gezeigt, dass eine Mehrheit
– neben einer konsequenten Ab-schottungspolitik gegenüber
der «unerwünschten Migration» – eine auf die
ökonomischen und nationalen Interessen abgestimmte
Einwanderung will. Diese Logik führt zu Schliessungs- und
Öffnungsprozessen, die im Einzelfall Spannungen auslösen
können. Eines stellen diese Spannungen nicht in Frage: «AusländerInnen»
sind Menschen zweiter Klasse. Ihre Existenzberechtigung ist
von den ökonomischen Interessen der «Einheimischen»
abhängig.
Leben wie im
Gefängnis
Die
vielfältigen alltäglichen Diskriminierungen bleiben dabei
unsichtbar. Sie müssen vom Einzelnen ertragen werden.
Migrant-Innen wohnen oft in den schlechtesten Wohnung in einer
lebensfeindlichen Umgebung. Sie haben beschränkte
Bildungsmöglichkeiten. Sie sind in der Schule und bei der (Lehr-)Stellensuche
benachteiligt. Sie ar-beiten in prekären
Arbeitsverhältnissen und sind auf vielfältige Weise vom
öffentlichen Leben ausgeschlossen.
«Wo wir
Regen erwartet haben, haben wir nur Wolken entdeckt.» Mit
diesem somalischen Sprichwort drückt ein Flüchtling seine
Enttäuschung über die Schweizer Gesellschaft aus. Die
vorläufige Aufnahme (Bewilligung F) hat die Schweiz für
viele AfrikanerInnen in ein «Gefängnis» verwandelt, in dem
die Erwartungen und Hoffnungen erstickt wurden. Sich über
Jahre er-streckende Asylverfahren und das Verweigern
ordentlicher Aufenthaltsbewilligungen versetzt ihre Leben in
ein Dauerprovisorium ohne Halt und Gewissheit. Die Zukunft ist
verbaut. Das Gefühl, ausgeliefert, abhängig und zur
Untätigkeit gezwungen zu sein, schafft Ohnmacht und
Verzweiflung.
Zeichen der
Solidarität
MigrantInnen
sind Menschen, die trotz fehlender politischer Rechte
Widerstand leisten. «RAJO – Neue Hoffnung für Somalia»,
das «Comité des Ruandais en Suisse» oder die internationale
Föderation irakischer Flüchtlinge sind Beispiele dafür. An
der Spitze der diesjährigen 1.-Mai-Demonstration wird ein «Sans-Papier-Block»
laufen – ein politisches Signal der Solidarität und ein
starkes Zeichen gegen Repression und Rassismus.
Für
einen Antirassismus, mit dem die entwürdigenden Verhältnisse
gesprengt werden können, braucht es solche Signale. Wir
müssen die rechte Ideologie entzaubern. Wir müssen bei der
direkten Konfrontation mit rassistischen Übergriffen
Zivilcourage zeigen. Und wir müssen MigrantInnen bei der
schwierigen Bewätligung des Alltags solidarisch
unterstützen.
El Ejido
Im
Februar 2000 kam es mitten im grössten Gemüseanbaugebiet
Spaniens zu Pogromen gegen marokkanische Landarbeiter. Nach
dem Mord an einer jungen Frau jagten Einwohner von El Ejido
MigrantInnen durch die Stadt. Bilanz: Sechzig verletzte
Landarbeiter, 500 Obdachlose, zahlreiche zerstörte Häuser,
Lä-den, religiöse Einrichtungen. Mustapha Ait-Korchi von der
Vereinigung marokkanischer MigrantInnen in Spanien berichtet
am 1.Mai über die Lage der Landarbeiter ein Jahr nach den
Pogromen.
1. Mai,
17 Uhr, LoRa-Studio (Zeughaus 2)
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Programm 2001
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