1.-MAI-KOMITEE ZÜRICH 2001
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Leila Khaled ist das Symbol der palästinensischen Revolution. Sie weiss, dass der Friede im Nahen Osten nur erreichbar ist, wenn der zu gründende palästinensische Staat seinen BewohnerInnen eine soziale Perspektive bieten kann und die Rechte der 5 Millionen Flüchtlinge anerkannt werden.

Streitbar, sympathisch und mit Charisma

Das 1.-Mai-Komitee hat mit der Einladung von Leila Khaled in ein Wespennest gestochen. In der Polemik, die sich um die zur «Luftpiratin» abgestempelten 1.-Mai-Rednerin entwickelt hat, kommt die heute in Amman lebende, 57-jährige palästinensische Mutter nicht zu Wort. Wer ist Leila Khaled?

Leila Khaled wurde 1948 als 4jährige aus ihrer Heimatstadt Haifa vertrieben. Sie wuchs mit  ihrer Familie im Libanon auf. In der Aufbruchstimmung der 60er-Jahre befreite sie sich aus den Zwängen der patriarchalen arabischen Gesellschaft. Mit 16 schloss sich die junge Frau dem «Arab National Movement» (ANM) an. Nach dem 6-Tage-Krieg radikalisierte sich die Bewegung. Leila Khaled ging 1968 zu der aus dem ANM hervorgegangenen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PLFP).

Die PFLP wollte die Palästina- Frage nicht mehr korrupten arabischen Regierungen überlassen. Mit Flugzeugentführungen – bei der notabene kein Passagier zu Schaden kam – wollte man ein Zeichen setzen und die palästinensischen Massen mobilisieren. Nach der blutigen Konfrontation zwischen den PLO-KämpferInnen und der Armee des reaktionären jordanischen Königs Hussein und der Niederlage der PalästinenserInnen im Juni 1971 ging die PFLP auf Distanz zu den früher für richtig gehaltenen Aktionen.

Heute steht Leila Khaled für die Kritik am Osloer Friedensprozess zwischen Israel und der PLO. Dessen Scheitern ist im September des letzten Jahres mit dem Aufstand der PalästinenserInnen in den besetzten Gebieten (Intifada) für alle Welt sichtbar geworden. Leila Khaled kämpft nich für die Al-Aksa-Moschee, sondern um den Zu-gang zu Wasser und Bildung und die Rechte der fünf Millionen Vertriebenen, die seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern leben. Sie engagiert sich für Frauen- und Kinder-Projekte in den palästinensischen Autonomiegebieten. Sie will einen lebensfähigen palästinensischen Staat, und kein Bantustan von Israels Gnaden. Und sie will mit jenen Kräften in Israel kooperieren, die den Traum einer binationalen, israelisch-palästinensischen Gesellschaft nicht aufgegeben haben.

Diskussion

So., 29.April, 12 h, Zeughaus 5

Nationale vs. soziale Befreiung

Seminar mit Leila Khaled.

Di., 1. Mai, 15 h, Zeughaus 5

Friedensprozess, Intifada und soziale Befreiung. Palästina-Meeting mit Leila Khaled.

Pia Hollenstein spricht nicht nur, sie handelt auch

Die Frage, was eine Firmenfusion in den USA mit den hohen Kaderlöhnen in der Schweiz, der Swissair-Pleite und hohen Mietzinsen zu tun hat, will Pia Hollenstein, Berufsschullehrerin und grüne Nationalrätin aus

St. Gallen, an der Schlusskundgebung der 1.-Mai-Demonstration beantworten.

Mit dem Moloch, der uns heute unter dem Titel «Globalisierung» in Atem hält, hatte die 50-jährige religiöse Sozialistin im Januar hautnahen Kontakt. Sie war eine der wenigen ParlamentarierInnen, die nicht nur über die hermetische Abriegelung der Landschaft Davos für das World Economic Forum (WEF) protestierten. Zusammen mit der theologischen Bewegung für eine solidarische Entwicklung ist sie mit Skiern nach Davos gewandert, um an der unbewilligten De-monstration vom 27. Januar vor Ort in Davos ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Dort traf sie den Kapstadter Erzbischoff Njongonkulu Ndungane (Bild), der gesagt hat, worum es geht, wenn wir über die Globalisierung streiten: Um Macht. «Die Macht der internationalen Financiers und Bürokraten gegen die Macht der Menschen». Um davon zu sprechen wurde Pia Hollenstein vom Gewerkschaftsbund (GBZ) nach Zürich eingeladen.

Schlusskundgebung 1. Mai, 12 Uhr, Bahnhofplatz

 

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