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SDA
2000-05-11 17:02:00
Zürcher 1.-Mai-Komitee wehrt
sich für das Fest auf Kasernenareal
Forderungen an Stadtpolizei
Regionale Fassung
Zürich (sda) Die Verschiebung des Zürcher
1.-Mai-Festes vom Kasernenareal im Kreis 4 auf einen
anderen Festplatz kommt für das 1.-Mai-Komitee nicht in
Frage. Es hat am Donnerstag das Gesuch für die Durchführung
des Festes im üblichen Rahmen eingereicht.
Die Organisatoren bestünden auf dem Festareal mitten im
Arbeiterquartier, sagte Walter Angst vom 1.-Mai-Komitee
vor den Medien. Um die Sicherheit der Festteilnehmenden
zu gewährleisten, fordert das Komitee von der
Stadtpolizei einen "Cordon sanitaire" um das
Festgelände - im Umkreis von 50 Metern um das Festgelände
soll die Polizei weder Wasserwerfer noch Tränengas
auffahren. Davon verspricht sich das Komitee eine
Beruhigung der Atmosphäre. Die Demonstrierenden würden
weniger zu Gewalttätigkeiten provoziert, ist Angst überzeugt.
Zudem dürfe die Nachdemonstration nicht zum Schutz der
anderen Quartiere systematisch im Kreis 4 - und damit in
der Nähe des Festes - gehalten werden.
Riskanter Platzspitz
Den verschiedentlich als alternatives Festgelände
genannten Platzspitz beim Landesmuseum lehnt das Komitee
ab. Die Lage des Platzes berge ein zu grosses Risiko:
Umgeben von Wasser stünden für den Notfall den
Tausenden von feiernden Menschen nur gerade zwei kleine
Stege als Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung.
Die Gewalt im Zusammenhang mit der - bereits
traditionellen - Nachdemonstration stelle auch für die
Organisatoren des 1. Mai ein wachsendes Problem dar,
sagte Angst. Nicht zuletzt führe es zu massiven
Umsatzeinbussen.
Eigenes Sicherheitskonzept
Das Komitee habe sich denn auch intensiv mit
Sicherheitsaspekten auseinandergesetzt. Erstmals habe
eine spezialisierte Firma im Auftrag des Komitees dieses
Jahr ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet, erklärte
Philippe Surber. Vor und während dem 1. Mai sei man mit
der Stadtpolizei in engem Kontakt gestanden. Zudem hätten
40 eigene Leute die Umgebung der Ein- und Ausgänge des
Festgeländes abgesichert.
Am Donnerstag hat das Komitee das jährliche Gesuch um
Durchführung des 1. Mai im üblichen Rahmen beim
Stadtrat eingereicht. Das Plenum des 1.-Mai-Komitees
wolle Ende Monat über das weitere Vorgehen
beschliessen, sagte Angst. Man sei offen für Gespräche;
und man hoffe, einen Weg aus der Sackgasse zu finden.
Nach den massiven Ausschreitungen am 1. Mai, die zu
Sachschäden von rund einer halben Million Franken führten,
hatte Stadtpräsident Josef Estermann am Mittwoch angekündigt,
das 1.-Mai-Fest werde künftig nicht mehr auf dem
Kasernenareal stattfinden.
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