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Neue Zürcher
Zeitung ZÜRICH UND REGION Mittwoch, 19.04.2000 Nr.93
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Die Inhalte zum 1. Mai
Mindestlohn und Ausländerintegration
sbu. Ein Mindesteinkommen von 3000
Franken netto und politische Rechte für Ausländerinnen
und Ausländer - das sind die Hauptforderungen der diesjährigen
1.-Mai-Demonstration in Zürich. An einer
Medienorientierung präsentierten der Gewerkschaftsbund
der Stadt Zürich und das 1.-Mai-Komitee die Themen des
politischen Grossanlasses. Die Demonstration wird
umrahmt von einem Symposium zum Thema der neuen Rechten
in Westeuropa und einer Uraufführung des Sogar-Theaters
zum Thema Ausschaffungen. Ausserdem sind Diskussionen
vorgesehen zur Lage in Kolumbien, der Türkei und
Kurdistan sowie zur EWZ-Privatisierung. Die wegen
stalinistischer Positionen umstrittene Hauptrednerin des
1.-Mai-Komitees, Sahra Wagenknecht, wird nach ihrem
Referat an einer Diskussion unter dem Titel «Sozialismus
oder Barbarei» teilnehmen. Der Gewerkschaftsbund hat
den SP-Nationalrat Paul Rechsteiner als Redner
eingeladen. Wie gewohnt wird der politische Teil des 1. Mai
in Zürich von mehrtägigen Festivitäten begleitet.
Wie Walter Angst vom 1.-Mai-Komitee ausführte,
kann dieses Jahr erstmals das ganze Kasernenareal
inklusive der Zeughäuser 2 und 3 genutzt werden.
Die Vorarbeiten seien problemlos verlaufen, wobei das
1.-Mai-Komitee nach einem formellen Protest gegen die
letztjährigen Polizeikontrollen auf weitere
Diskussionen über die Polizeistrategie verzichtet habe.
Zur Kritik an Wagenknecht behauptete Angst, bisher sei
niemand an das 1.-Mai-Komitee herangetreten. Man gehe
deshalb den «eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter».
Dies erstaunt insofern, als mit Gemeinderat Markus
Bischoff und Renate Schoch zwei bekannte Mitglieder der
Alternativen Liste (die zu den Trägerorganisationen des
1.-Mai- Komitees zählt) öffentlich bedauert hatten,
dass ausgerechnet eine Person eingeladen wurde, die
einen «undemokratischen und militaristischen
Spitzelstaat verteidigt» (NZZ 11. 4. 00).
Auch zeigt sich das angeblich unbeirrte Komitee auf
seiner Internet-Seite auffällig bemüht, die
detaillierte Kritik des Gewerkschafters Christoph Lips
an Wagenknecht zu widerlegen.
Zentrale Aktion am 1. Mai soll die
Wahl eines «Schatten-Verfassungsrats» sein. 4
Vertreterinnen und 19 Vertreter von Ausländerorganisationen
«kandidieren» auf einer Liste für die 23 Sitze in dem
von ihren Organisationen angestrebten Rat. Dieser soll
gegenüber dem offiziellen Verfassungsrat zugunsten von
mehr Rechten für Ausländer eintreten.
Programm im Internet: http://1mai.ch
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