1.-MAI-KOMITEE ZÜRICH 2000
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Am Tatort: «augenauf» & das «sogar»-Theater

Die Zürcher Menschenrechtsgruppe «augenauf» agitiert seit fünf Jahren gegen die Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht. Einen Teil der von augenauf gesammelten Erfahrungen bringt das sogar-theater jetzt auf die Bühne.

Im März hat Amnesty International der Zürcher Regierung vorgeworfen, dass sie Ausschaffungshäftlinge «unmenschlich und erniedrigend» behandle. Das Provisorische Polizeigefängnis (Propog) auf dem geschlossenen Teil des Zürcher Kasernenareals ist einer der Tatorte dieser menschenverachtenden Behandlung. Hier wurden Sans-Papiers während Tagen zu viert in eine 10 Quadratmeter grosse Zelle gesperrt; hier hat ein Sicherheitsbeamter einen jugendlichen Häftling zur Strafe mit kaltem Wasser abgespritzt; hier werden täglich Menschen für brutalste Ausschaffungsflüge fertig gemacht.

Der Menschenrechtsgruppe augenauf ist es wiederholt gelungen, den rassistischen Alltag der Zürcher Ausschaffungsbürokraten sichtbar zu machen. Ein Alltag, der am 3. März 1999 zum Tod von Khaled Abuzarifa im Flughafen ­Kloten geführt hat. Der Mann wurde geknebelt, damit er auf dem Ausschaffungsflug nach Kairo nicht schrie. Er erstickte.

Isolde Schaad hat ausgehend von den Berichten von «augenauf» ein Theaterstück geschrieben. Ende April wird die «Lektion zur ganz normalen Ausschaffungspraxis» im sogar-theater uraufgeführt. Am 29. April kommen die Theaterleute zusammen mit VertreterInnen von augenauf ans 1.-Mai-Fest, um vor dem Propog zu zeigen, was hinter dessen Mauern so alles vor sich geht.

Programm im GBI Zelt auf der Kasernenwiese

Samstag, 29. April, 17 Uhr

Georg kommt in den Himmel. Ein Blitzauftritt des sogar-Theaters zum Thema Ausschaffung mit Lilly Frie­derich, Peter Kner, Ercan Richter, Martin Hamburger, Tiziana Jelmini, Isolde ­Schaad und Lilo König. 
5 Jahre Propog – 5 Jahre Angriff auf des Menschen Recht
Digest von und Diskussion mit VertreterInnen der Gruppe augenauf.

Sonntag, 30. April 12 bis 15 Uhr
Live aus dem GBI-Zelt Haider, Blocher, Le Pen.
Wie ist Europas Neue Rechte zu stoppen? Referate von Karina Korecky (Aktionsbündnis gegen Schwarz-Blau, Wien), Bernhard Schmid (Journalist, Paris), Hans Hartmann (Journalist WoZ, Zürich).

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