GBZ

Gewerkschaftsbund

der Stadt Zürich

 

 

Pressekonferenz des 1. Mai Komitees und des Gewerkschaftsbund der Stadt Zürich

Heraus zum 1. Mai!

Noch zehn Tage bis zum 1. Mai. Die Inhalte und das Programm an der grössten Schweizer Maifeier stehen fest. Der letzte 1.Mai in diesem Jahrhundert dauert insgesamt vier Tage und findet auf vier Plätzen statt. An einem knappen Dutzend Veranstaltungen referieren und diskutieren nationale und internationale Persönlichkeiten, darunter der Präsident des kurdischen Exilparlamentes. Ergänzt werden die politischen Aktivitäten mit einem reichhaltigen Kulturprogramm.

Der Tag der Arbeit steht 1999 in einem besonderen nationalen und internationalen Spannungsfeld. Wenige Wochen vor mehreren innenpolitisch brisanten Volksentscheiden (Mutterschaftsversicherung, Asylgesetzreferendum, Frauenhaus Zürich) und mitten in einem Krieg in Europa. Seit dem 25. März wirft die Nato Bomben über Jugoslawien ab. Keine UNO-Resolution und keine internationalen Verträge werden die USA, England und Deutschland künftig davon abhalten, ihre Interessen mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Die neue Weltordnung hat damit ein militärisches Fundament erhalten. Mit dem hunderttausendfachen Leid der kosova-albanischen Flüchtlinge, für das die jugoslawische Regierung mit ihrer verbrecherischen Vertreibungspolitik die Verantwortung trägt, rechtfertigt die Nato jetzt die Entfesselung ihrer Militärmaschine. Und: Die selben türkischen Nato-Bomber bekämpfen gleichzeitig die kurdische Minderheit im Innern. Der 1. Mai thematisiert deshalb diesen und andere regionale Konflikte in Europa. Wir machen uns stark für politische Lösungen und im speziellen für eine Kurdistan-Konferenz auf neutralem Boden.

OrganisatorInnen

Die 1. Mai-Demonstration und Kundgebung wird 1999 erstmals gemeinsam vom 1. Mai Komitee und dem Gewerkschaftsbund der Stadt Zürich in gemeinsamer Verantwortung durchgeführt.

Für das "Internationale Volksfest" tritt wie alljährlich seit 1983 das 1. Mai Komitee als Veranstalterin auf.

   

Besammlung: 9.30 Central

Demonstration: 10.30

Central, Limmatquai,

Bellevue, Bürkliplatz,

Paradeplatz, Bleicherweg,

Stockerstrasse,

Selnaustrasse, Stauffacher,

Helvetiaplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kundgebung: 12.00

Helvetiaplatz

Die beiden Reden können in

schriftlicher Form im

Pressezelt (beim Denkmal

Helvetiaplatz) oder OK Büro

(Zeughaus 5) bezogen

werden. Ab 12h sind die

Reden auch auf

www.1mai.ch/ abrufbar.

 

 

 

 

10‘000 Ballone steigen zum

Himmel: ca. 13.00

Demonstration und Kundgebung

Der Demonstrationszug hat eine neue Route. Neu besammelt sich die Demonstration am Central mit der Spitze zur Rudolf Brun-Brücke. Von da setzt sie sich um 10.30 über das Limmatquai, Bellevue, Bürkliplatz, Paradeplatz, Bleicherweg, Stockerstrasse, Selnaustrasse, Stauffacher zum Helvetiaplatz in Bewegung.

GBZ und 1. Mai Komitee erwarten gegen 15'000 TeilnehmerInnen an der Demonstration. Die Spitze des Umzugs formiert sich hinter der Parole "Mutterschaftsversicherung jetzt!". Der Zug hinter der Parole "Meh schaffe, weniger verdiene. Jetzt langt’s" wird angeführt von den in der Gewerkschaft GBI organisierten Anschlägern, die ihr 100jähriges Jubiläum feiern, gefolgt von weiteren Gewerkschaftsverbänden und den im 1. Mai Komitee organisierten MigrantInnen und Schweizer Organisationen.

Im Zuge der Demonstration werden 10'000 die kurdischen Farben tragende Ballone abgegeben. An allen Ballonen befindet sich eine Postkarte an Bundespräsidentin Ruth Dreifuss. Der 1. Mai 1999 macht sich mit dieser Aktion für eine politische Lösung des Konfliktes in Kurdistan stark:

Für eine Internationale Kurdistan-Konferenz!

Um 12.00 findet auf dem Helvetiaplatz die Abschlusskundgebung statt, an der Franz Cahannes, Präsident des kantonalen Gewerkschaftsbundes sowie Yasar Kaya, Präsident des kurdischen Exilparlamentes sprechen werden. Die Rede von Cahannes hat das Thema des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes "Reichtum ist teilbar, Arbeit auch" zum Inhalt. Kaya fordert eine Internationale Kurdistan Konferenz. Die Veranstaltung wird moderiert von Monika Spring und Sarah Müller. Zu Beginn der Kundgebung wird die ankommende Demonstration von den Kabarettistinnen Sorelle Leone und dem baskischen Animationstheater Gaitzerdi unterhalten.

Im Anschluss an die Rede von Yasar Kaya werden zum Kundgebungsende die 10'000 Ballone in den Himmel geschickt. Auf dass sie eine der zentralen Forderungen des Zürcher 1. Mai in Europa und in der Welt verbreiten.

   
 

Für einen kraftvollen und friedlichen 1. Mai

Das 1. Mai-Komitee und der GBZ rufen alle TeilnehmerInnen am 1. Mai zu einer kraftvollen und friedlichen 1. Mai Demonstration auf. Die in den vergangenen Jahren stetig ansteigende TeilnehmerInnenzahl und der kurdische Hauptredner lassen dieses Jahr auf einen weiteren BesucherInnenanstieg schliessen.

Seit einem viertel Jahrhundert findet in Zürich auch die jeweils unbewilligte "Nachdemonstration" statt. In den letzten zwei Jahren wurde diese Demonstration jeweils durch die Stadtpolizei im Keime erstickt, weshalb es vereinzelt zu Scharmützeln im Umfeld des 1. Mai-Festes kam. Die VeranstalterInnen appellieren an die Stadtpolizei auf jegliche Aktionen, die als Provokation aufgefasst werden könnten, zu verzichten und die "Nachdemo" ihren Weg nehmen zu lassen. Die TeilnehmerInnen der Nachdemonstration rufen wir dazu auf, sich gemeinsam mit uns für einen friedvollen und starken 1. Mai einzusetzen und Provokationen jeglicher Art und Herkunft aus dem Weg zu gehen.

   

Ein knappes Dutzend Veranstaltungen

 

 

 

 

 

 

 

Kurdistan-Meeting im Zeughaus 5

Politisches Rahmenprogramm

An neun Veranstaltungen werden die Inhalte des 1. Mai eingehender behandelt. Den Auftakt macht bereits am Donnerstag die traditionelle Vormai-Feier für RentnerInnen im Volkshaus Zürich mit der Nationalrätin Angeline Fankhauser.

Die Auftaktveranstaltung des 1. Mai Komitees thematisiert die aktuellen Strategien für Friedenslösungen in den Konfliktherden Baskenland, Kolumbien, Kurdistan, Nordirland und Palästina. VertreterInnen verschiedener Organisationen aus diesen Ländern sprechen an einem Podium unter dem Titel "Keine Demokratie ohne Befreiung" am Freitag, 30. April in der Kanzleiturnhalle.

Gleich vier Veranstaltungen finden am 1. Mai selbst statt. In der LoRa RadioArena im Zeughaus 5 sprechen Yasar Kaya und Norman Paech (Professor für öffentliches Recht, Hamburg) an einem grossen Meeting unter dem Titel "Freiheit für Öcalan!" zu den Möglichkeiten für eine internationale Kurdistan-konferenz.

Um 18.00 diskutieren unter dem Titel "Einbürgerungs-offensive" Nationalrätin Vreni Hubmann, Kantonsrätin Susanna Rusca Speck und Gemeinderätin Fiammetta Jahrreiss-Montagnani über politische Rechte von MigrantInnen. Um 19h beginnt im improvisierten LoRa-Radiostudio im Zeughaus 5 eine Veranstaltung der AG International des 1. Mai Komitees. Thema: "Was will die FARC EP?" - Die Perspektiven des kolumbianischen Friedensprozesses aus der Sicht der Guerilla.

Am Sonntag, 2. Mai wird im Kino Xenix der Film Babylon 2 von Samir gezeigt und anschliessend eine Podiumsdiskussion zum Thema Schule und Migration durchgeführt. In der LoRa Radio-Arena wird um 13.00 die Situation in Lateinamerika ein halbes Jahr nach dem verheerenden Wirbelsturm Mitch thematisiert. Um 16.00 treffen am selben Ort VertreterInnen von Sinn Fein und Herri Batasuna aufeinander, um die Friedensprozesse in Nordirland und dem Baskenland näher zu betrachten.

Auf Einladung der Partei der Arbeit (PdA) findet am Sonntag-Nachmittag eine Diskussion zum Jugoslawien-Krieg mit einer Vertreterin der Friedensbewegung aus Italien statt. "Gegen Krieg und Nationalismus" um 13.30h in der cantina rossa (Kaserne).

   

 

 

 

 

 

4 Festplätze

 

 

Theater auf dem Helvetiaplatz

 

 

 

 

 

Kinderfest neu mit Festwirtschaft

Das internationale Volksfest am 1. Mai

Rund 20'000 Personen besuchten jeweils in den Vorjahren das internationale Volksfest im Anschluss an die 1. Mai-Demonstration auf dem Kasernenareal. Für das 1. Mai-Komitee als VeranstalterInnen dieses Anlasses drängte sich eine Vergrösserung des Festareals seit langem auf.

1999 findet der 1. Mai deshalb erstmals auf vier eigentlichen Festplätzen statt. Neben dem Kasernenhof und der Kasernenwiese gehören neu auch die Kanzleiturnhalle, der Platz des Kanzleischulhauses und der Helvetiaplatz zum Festareal. Auf dem Helvetiaplatz findet am Abend des 1. Mai die Theaterperformance "Giro Bira" des baskischen Animations-theaters "Gaitzerdi" statt. Mit dem Auftritt soll ein symbolischer Brückenschlag zwischen den beiden Festplätzen Kaserne und Kanzlei hergestellt werden. Zwei Zentner baskischer Sandstrand wurden hierfür bereits heute morgen in Zürich angeliefert. Die Strassenzüge Kanonengasse und Stauffacherstrasse im Bereich Helvetiaplatz werden für den gesamten 1. Mai zu diesem Zwecke für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Das Kinderfest auf der Kasernenwiese mit der BLASIO-Saisoneröffnung durch das Atelier Blasio wird erstmals von einer Festwirtschaft begleitet. Dank der erstmals in Aussicht gestellten Bewilligung durch die Stadt Zürich kann auf der Kasernenwiese neu auch eine Festwirtschaft betrieben werden. Das Kinderbuffet nutzen wir für Gratis-Sirup, Popcorn, und Hot-Dogs. Neu werden erstmals mit einem Breakdance- und Karaoke-Contest die älteren Kids aus dem Quartier angesprochen.

In der Kanzleiturnhalle finden am 30. April und am 1. Mai Konzerte und Parties statt. Für den Abend des 1. Mai gelang es dem 1. Mai-Komitee ein hochkarätiges Bühnenprogramm zusammenzustellen. Die Preisträger des "Goldenen Thunfischs 1999", das "Pfannestil Chammer Sexdeet" treffen auf die Nachwuchshoffnung "Sorelle Leone" sowie den gestandenen Komiker Beat Schlatter, der in Begleitung von Anton Bruhin an der Maulorgel auftritt.

Auf dem Kasernenareal treten im Anschluss an das internationalistische Kulturprogramm am Nachmittag des 1. Mai die Engelberger Popkünstler "Jolly and the Flytrap" auf.

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.Mai noch unbewilligt

 

 

 

Schikanierte Plakateure

 

 

 

 

Bockige Verwaltung auf Seiten des Kantons Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die eine Hand nicht weiss, was die andere tut

 

 

 

 

 

 

 

Logistische Herausforderung

Für das 1. Mai Komitee stellt der diesjährige 1. Mai eine Herausforderung dar. Das grösste Aussersihler Volksfest begibt sich mit der Terrainerweiterung auf Neuland. Das Fest wird getragen von den rund 60 Mitgliedsorganisationen des 1. Mai Komitees. Als Sponsoren treten neben verschiedenen Gewerkschaften auch die die SP Stadt Zürich auf. Medienpartner des Festes sind die WochenZeitung WoZ und Radio LoRa. Letztes sendet am 1. und 2. Mai live aus einem improvisierten Radiostudio im Zeughaus 5.

Anzumerken bleibt, dass sämtliche Programmpunkte und die Demonstration noch vorbehältlich der Bewilligung durch die Stadt Zürich stehen. Das 1. Mai Komitee und der GBZ sind nämlich bis heute noch nicht im Besitze einer rechtskräftigen Fest- und Demonstrations-Bewilligung. Die Verwaltung arbeitet daran; seit dem 3. Januar 1999.

Mit Besorgnis sieht das 1. Mai Komitee ausserdem zu, wie Plakateure der Firma, die den Plakataushang für den 1. Mai macht, wiederholt von Polizeistreifen schikaniert und gebüsst werden. Wir werden uns erlauben, die gesammelten Erfahrungen der 1. Mai Plakateure als Dossier mitsamt der Bussenzettel an die Stadt Zürich zu retournieren.

Wirkliche Lämpen macht jedoch der Kanton In monatelangen Verhandlungen mit der privatisierten vormaligen Liegenschafts-verwaltung (neu KANTAG AG) gelang es dem 1. Mai Komitee nicht, in der Kaserne zu weiteren dringend benötigten Räumlichkeiten zu kommen. Verschiedene geplante Veran-staltungen mussten deshalb abgesagt werden, da das einzige zugesagte Gebäude (das Zeughaus 5) vorab für Infrastruktur- und Logistik genutzt werden muss. So planten wir neben der bereits letztes Jahr im Zeughaus 4 durchgeführten Party "Avantgarde 99" ein Kinderfest im leerstehenden Zeughaus 3.

Uns mündlich zugesagte Zeughäuser waren über Nacht plötzlich "vermietet", stehen aber über den 1. Mai leer. HOP ZÜRI, Betreiberin einer Wirtschaft im Zeughaus 2 wurde explizit untersagt, mit dem 1. Mai Komitee irgendwelche Untermietverträge abzuschliessen.

Nachdem wir bereits 1998 erfolglos mit dem Nutzungswunsch weiterer Zeughäuser für ausgesprochene "Backoffice"-Funktionen abblitzten, müssen wir mittlerweile einfach davon ausgehen, dass die kantonale Regierung uns partout nicht haben will. Da sich dieser Sachverhalt mit dem Rechtsrutsch in der Regierung kaum zum besseren wenden wird, wird sich das 1. Mai Komitee künftig verstärkt für eine baldige Lösung einsetzen, damit die Kasernenwiese und die Zeughäuser nicht zu einer Polizeifestung umgebaut werden, sondern für Aussersihl geöffnet werden.

Die Arroganz des Kantons gegenüber dem grössten Aussersihler Volksfest zeigt sich noch an einem anderen Ort: Die KAPO beharrt darauf, trotz Festbewilligung bis um 24h auf der Kasernenwiese und entgegen Sicherheitsauflagen der städtischen Feuerpolizei den Durchgang Kaserne/Zeughauswiese um 20 Uhr oder früher zu schliessen. Setzt sich diese völlig uneinsichtige mit abstrusen Sicherheitsüberlegungen begründete Absicht durch, könnte Festwirtschaft und Kinderfest ab dem frühen Abend nur noch über die Kanonengasse/Militärstrasse erreicht werden.

Mobilisierung

Das Plakat für den Zürcher 1. Mai 1999 wurden vom Zürcher Illustrator Michel Casaramona gestaltet und ausgeführt.

Die 1. Mai Zeitung erscheint dieses Jahr im zweiten Jahrgang und wird wiederum in einer Auflage von 50'000 Exemplaren unter die Leute gebracht.

   
 

Presseinformationen

Während der Demonstration und Kundgebung geben Ihnen die beiden DemonstrationsleiterInnen Monika Spring (079 405 23 26) und Walter Angst (079 237 68 19) an der Demonstrationsspitze gerne Auskunft.

Im Pressezelt auf dem Helvetiaplatz geben wir Ihnen ab 13h die schriftlichen Versionen der Reden von Franz Cahannes und Yasar Kaya ab.

Die Medienmitteilung zum 1. Mai wird für 14.30 Uhr in Aussicht gestellt. Nach Kundgebungsschluss können Sie sich jederzeit im OK-Büro im Zeughaus 5 informieren

Bildmaterial der auftretenden KünstlerInnen kann über das Sekretariat des 1. Mai Komitees bezogen werden.

   

 

 

 

 

 

 

Beilagen:

  • Plan Demonstrationsroute

  • Flugblatt GBZ

  • 1. Mai Zeitung (mit Portrait Yasar Kaya)

Adresse:

Telefon:

Telefax:

Postkonto:

1. Mai Komitee

Postfach, 8036 Zürich

01 400 41 01

01 400 41 02

80–44162-4

 

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Korrespondenz:

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