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AKTUELL
zuletzt aktualisiert: 03. Dec 98 |
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Schweizer
Behörden setzen auf obskure Garantien aus Chile
«Die Aufzeichnungen werden später offensichtlich einer strengen
polizeilichen Auswertung unterzogen, um mögliche verborgene Botschaften zu entdecken, die
gesetzliche Vorschriften verletzen könnten, welche den 'normalen', 'flüssigen' Ablauf
des Gefängnisalltags regeln.»
Von der Schweizer Polizei «bearbeitete» Passage des Briefes von
Patricio Ortiz
Patricio Ortiz befindet sich seit dem 4. September
1997 im Flughafengefängnis Kloten in Auslieferungshaft. Im Klartext: 23 Stunden isoliert
in einer Zweierzelle, eine Stunde Spaziergang pro Tag, ein Besuch pro Woche hinter
Trennscheibe, Postzensur, keine Arbeitsmöglichkeit. Ausgeliefert der JuristInnenlogik
schweizerischer BeamtInnen im Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) und Bundesamt für
Polizeiwesen (BAP), welche sein Asylgesuch und das Auslieferungsersuchen der chilenischen
Regierung prüfen. Der bisherige Verfahrensverlauf lässt das Schlimmste befürchten.
Im Rahmen des Auslieferungsbegehrens verlangt die
Schweiz von der chilenischen Regierung Garantien dafür, dass Patricio Ortiz sollte
er ausgeliefert werden keiner Behandlung unterworfen wird, welche seine
körperliche und psychische Integrität beeinträchtigt. Weiter muss Chile garantieren,
dass gegen Patricio Ortiz nach seiner Auslieferung, welche nur zur Verbüssung der
Reststrafe wegen der angeblichen Tötung eines Polizisten verlangt wurde, keine weiteren
Verfahren eröffnet werden. Er darf überdies wegen seiner Flucht weder diszipliniert,
noch sonstwie Repressalien unterworfen werden. Diese Garantien im Rahmen des IRSG (Gesetz
über die internationale Rechtshilfe) dürfen erst 45 Tage nach der bedingten oder
endgültigen Entlassung von Patricio Ortiz entfallen, wenn dieser die Möglichkeit hatte,
das chilenische Hoheitsgebiet zu verlassen.
Die chilenische Regierung, insbesondere die
Pinochet-Rechte setzt ihr ganzes Prestige ein, um die Auslieferung von Patricio Ortiz zu
erreichen. Auch heute, mehr als ein Jahr nach seiner Flucht, beherrscht das Thema die
chilenischen Schlagzeilen. Für die Herrschenden ist Patricio Ortiz hinter Schweizer
Gefängnismauern schon so gut wie in Reichweite. Seine Auslieferung wird als sicher
betrachtet. Die von der Schweiz geforderten Garantien wird die chilenische Regierung ohne
mit der Wimper zu zucken liefern. Und obwohl alle namhaften chilenischen
Menschenrechtsgruppen, aber auch die Mehrheit des chilenischen Volkes davor warnen, diesen
Garantien zu trauen, steht zu befürchten, dass die zuständigen Schweizer Behörden nach
Eingang dieser Garantien die Auslieferung nach Chile bewilligen werden. Das für das
Asylgesuch zuständige BFF scheint ebenfalls diese Garantien abwarten zu wollen, um dann
das Asylgesuch ohne weitere Prüfung formalistisch abschmettern zu können, denn mit
Hinweis auf diese Garantien kann eine künftige Gefährdung von Patricio Ortiz verneint
werden.
Welche Interessen bewegt die Schweizer Behörden
dazu, die Frage der Asylgewährung und die Auslieferung von Patricio Ortiz rein
formaljuristisch anzugehen und die ganzen politischen Zusammenhänge auszublenden? Die
Umstände seiner Verhaftung 1991 sind bekannt. Selbst ein chilenisches Zivilgericht musste
feststellen, dass die einzigen Aussagen, welche Patricio Ortiz 1991 im Spitalbett
gegenüber dem militärischen Untersuchungsrichter gemacht hat, nicht verwertbar sind, da
sie unter Folter gemacht wurden. Dieses Urteil liegt bei den Akten. Die entsprechenden
Arztberichte scheinen die Schweizer Behörden nicht zu interessieren. Bekannt ist aber
auch, dass das militärgerichtliche Verfahren, welches 1995 zur Verurteilung führte, in
keiner Art und Weise den auch vom IRSG geforderten Mindestanforderungen eines
rechtsstaatlichen Verfahrens genügt. Wie wenig das Leben von Patricio Ortiz den
chilenischen Behörden wert ist, beweisen aber auch die Umstände seiner ersten
gescheiterten Flucht. Seine Mitgefangenen und er wurden in eine tödliche Falle gelockt.
Sein jüngerer Bruder Pedro und José Alvarado bezahlten mit ihrem Leben. Patricio Ortiz
überlebte nur dank einem Wunder. Bekannt ist in der Schweiz aber auch die Tatsache, dass
in Chile nach wie vor keine demokratischen Zustände herrschen.
Auch wenn sich die zuständigen Behörden hinter einer juristischen
Argumentation verschanzen, welche die politische Realität in Chile scheinbar ausklammert,
ist ganz offensichtlich, dass der Entscheid hochpolitisch ist. Patricio Ortiz braucht
deshalb nicht nur gute AnwältInnen. Er braucht in erster Linie eine starke und breite
politische Kampagne zu seiner Freilassung, er braucht unsere Solidarität.
Veranstaltungen
mit Lorena Astorga und Mirna Salamanca finden statt
in:
Genf, Donnerstag, 26. Februar, 18 Uhr, Salle
Communale Le Lignon, Nicolas Bogueret 12. Informationsveranstaltung.
Lugano, Freitag, 27. Februar, 18 bis 4 Uhr, Kulturzentrum
«il Molino» (al maglio) in Canobbio. Info-Veranstaltung und Fest.
Basel, Montag, 16. März, ab 18 Uhr, Kirchgemeindehaus
Johannes, Oekolampadstr. 8. Info-Veranstaltung.
Zürich, Dienstag, 17. März, 19.30 Uhr, Volkshaus,
Gelber Saal, Informationsveranstaltung.
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60'000 Menschen an Demo pro Herri Batasuna / 27.12.97HB
Vorstand zu 161 Jahren verurteilt
4.Dez.
97 Die
Verurteilung von 23 Mitglieder der Führung von HERRI BATASUNA zu insgesamt 161 Jahren
Gefängnis und SFr. 115000.- Busse durch den spanischen Obersten Gerichtshof ist ein
politisches Urteil nach einem politischen Prozess. Das Grundrecht auf freie
Meinungsäusserung und auf freie politische Betätigung ist einmal mehr in
post-franquistischen Denkmustern steckengeblieben. In diesem für Europa einzigartigen
Prozess, ist eine erneute Möglichkeit zur friedlichen Konfliktlösung im Baskenland auf
unbestimmte Zeit verhindert worden. |
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Freiheit für Patricio Ortiz |
![[dashes]](http://static.wired.com/news/images/pix.gif)
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Unterstützen Sie den Aufruf für die Freiheit von Patricio Ortiz!
23.
Nov. 97 Unterzeichnen
Sie den Aufruf zugunsten Patricio Ortiz! |
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800
Personen demonstrieren in Bern für die sofortige Freilassung von Patricio Ortiz
22.
Nov. 97 Rund 800
Personen demonstrierten am Samstag nachmittag auf dem Bundesplatz in Bern für die
sofortige Freilassung von Patricio Ortiz und das Bleiberecht für alle Flüchtlinge. |
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Wie das BFF mit
dem Verfolgerstaat kooperiert
24.
Oct. 97 (vorwärts)
Seit sieben Wochen sitzt Patricio Ortiz in Auslieferungshaft. Dorthin gebracht haben ihn
die Schreibtischtäter im Berner Bundesamt für Flüchtlinge. Sie haben dafür gesorgt,
dass die chilenischen Polizeibehörden über den Aufenthaltsort des chilenischen
Flüchtlings informiert wurden. Über geltende Datenschutzbestimmungen ging man locker
hinweg. >>> |
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Voreilige
Äusserungen
von Carla del Ponte?
8.
Oct. 97 (ap/tvd)
Ein Zürcher Rechtsanwalt hat Aufsichtsbeschwerde gegen Bundesanwältin Carla Del Ponte
erhoben. Dabei geht es vor allem um Del-Ponte-Äusserungen in einer chilenischen Zeitung
über den im Zürcher Flughafengefängnis in Auslieferungshaft sitzenden Asylbewerber
Patrizio Ortiz aus Chile. >>> |
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Chilenischer Regierungsvertreter droht der Sprecherin der
Solidaritätsbewegung mit der Verhaftung
3. Oct 97 Der Sonderbeauftragte der chilenischen
Regierung für die Verfolgung der am 30. Dezember 1996 aus dem Hochsicherheitsgefängnis
von Santiago de Chile ausgebrochenen politischen Gefangenen, Lamberto Cisternas, hat der
Sprecherin der chilenischen Solidaritätsbewegung für Patricio Ortiz die Verhaftung
angedroht, falls sie weiterhin öffentlich für die Freilassung des in Zürich-Kloten in
Auslieferungshaft sitzenden Flüchtlings einsetze. Das "Komitee Freiheit für
Patricio Ortiz" protestiert energisch gegen den Versuch chilenischer
Regierungsvertreter, die Solidaritätsbewegung mundtot zu machen. >>> |
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Aufruf des Solidaritätskomitees "Freiheit für Patricio
Ortiz"
6. Sep 97 Seit dem 4. September sitzt der von Pinochets
Militärjustiz verfolgte chilenische Flüchtling Patricio Ortiz in Horgen in
Auslieferungshaft. Wir fordern:
- die Freilassung von Patricio Ortiz
- die Zurückweisung des
Auslieferungsbegehrens und
- die sofortige Anerkennung von Patricio Ortiz
als Flüchtling >>>
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Ausserdem |
![[dashes]](http://static.wired.com/news/images/pix.gif)
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The case against 23 leaders of Herri Batasuna over a pro-peace ETA videotape |
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26. Sep 97 Twenty-three leaders of the legal
left-wing Basque political party Herri Batasuna (HB) will go on trial in Madrid in
October. They face up to eight years in prison on charges of "collaborating with an
armed group." The alleged crime: backing a pro-peace ETA videotape. The defense
appealed and requested that charges be dropped on grounds that the 23 HB members did not
collaborate with the armed activities of ETA but backed a political proposal. But the
Supreme Court decided to prosecute them. |
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30.
Todestag Che Guevaras
4. Oct 97 Am 8. Oktober 1967 wurde Enesto «Che» Guevara in Bolivien ermordet.
Heute, nach 30 Jahren, ist Ches theoretisch-praktisches Erbe fast ausnahmslos in den
wichtigsten sozialen Bewegungen des Kontinents präsent: Ches Denken bereichert die
Kämpfe der neuen historischen Subjekte noch heute. Der VORWÄRTS beleuchtet die
Hintergründe. >>> |
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![[dashes]](http://static.wired.com/news/images/pix.gif)
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