
VON: 1.-MAI-KOMITEE
Es ist nicht hinnehmbar, dass am internationalen Tag der Arbeit das traditionelle Fest zur Demonstration untersagt werden soll.
Das 1.-Mai-Komitee hält gemeinsam mit den Unterzeichnern an einem Festbeginn im Anschluss an die Schlusskundgebung fest.
Medienmitteilung 1.-Mai-Komitee Zürich
Zürich, 19. April 2010
Liebe Medienschaffende
Die Begründung, dass ein Festbeginn um 14 Uhr die Ausschreitungen begünstige, akzeptiert das Komitee nicht. Wir halten zum wiederholten Male fest, dass das Fest in keinerlei Beziehung zu den Ausschreitungen steht. So hat die "Nachdemo" nie auf dem Festareal begonnen und das 1.-Mai-Komitee dies auch in der Vergangenheit in keiner Art und Weise gebilligt. Mit dem Entscheid, vor 20h keinen Festbetrieb zuzulassen, wird tausenden Demonstrationsbesuchern das Recht auf ein gemeinsames, friedliches 1.-Mai-Fest genommen. Stattdessen werden sie unter anderem in vielen Medien mit den Krawallant/innen in einen Topf geworfen und damit verunglimpft.
Das Internationale 1.-Mai-Fest auf dem Kasernenareal entspricht einer grossen Tradition und einem grossen Bedürfnis. Das 1.-Mai-Komitee organisiert das nicht-kommerzielle Fest nun schon seit 30 Jahren. Jahr für Jahr vergnügen sich bis zu 20 000 Festbesucherinnen und Festbesucher an dem vielfältigen Polit- und Kulturprogramm, mit Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Openair-Konzerten, Kinderfest und Kulinarischem aus aller Welt, von Sri-Lanka über Kurdistan bis Italien. Die Erfahrung aus dem letzen Jahr hat zudem gezeigt, dass trotz kommuniziertem Festbeginn auf den Abend, das Festgelände bereits seit dem frühen Nachmittag gefüllt war.
Das Komitee hält fest, dass es auch bei anderen Anlässen am Rande zu Zusammenstössen mit der Polizei kommt. Trotzdem wird keine andere Veranstaltung in dieser Art und Weise eingeschränkt. An Fussballmatches werden die Zuschauer auch nicht aus den Stadien verbannt.
Nicht zuletzt legt die Stadt mit ihrem Entscheid dem 1.-Mai-Komitee auch ökonomisch grosse Steine in den Weg. Das äusserst vielfältige Polit- und Kulturprogramm kann in Zukunft nur weiter bestehen, wenn ein Fest direkt nach dem Demonstrationsumzug bewilligt wird. Mit diesem Entscheid zeigt der Stadtrat deutlich, dass nur noch kommerzielle Anlässe einen Platz in Zürich haben sollen. Dagegen setzen wir uns zur Wehr.
Aus diesen Gründen hält das 1.-Mai-Komitee an einem Festbeginn im Anschluss an die Schlusskundgebung auf dem Bürkliplatz fest. Das 1.-Mai-Komitee verzichtet dieses Jahr auf einen Rekurs, da diesem frühestens nach dem 1. Mai stattgegeben wird, es werden aber bis zum 1. Mai entsprechende Verhandlungen mit der Stadt geführt.
Dieser Entscheid wird sowohl von der SP Stadt Zürich, den Grünen Zürich und der Alternativen Liste mitgetragen.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung
1.-Mai-Komitee: Anna Klieber
SP Stadt Zürich: Beatrice Reimann
Grüne Stadt Zürich: Christoph Hug
Alternative Liste Zürich: Walter Angst