MAIKINO Il Nuovo Sud dell’Italia, Regie: Pino Esposito, CH 2010

Schätzungsweise 7000 Menschen verloren auf dem Meer ihr Leben beim Versuch, von Libyen nach Italien zu fliehen. Nun kommen keine Flüchtlinge mehr: Silvio Berlusconi hat mit Gaddafi ein dubioses Abkommen geschlossen. Fünf Milliarden Euro – offiziell Reparationszahlungen für begangene Gräuel der Italiener während der Kolonialzeit – bekommt Gaddafi dafür, dass er keine Schiffe mehr Richtung Lampedusa aufbrechen lässt. Trotzdem hält die Zuwanderung der sogenannten illegalen Flüchtlinge nach Süditalien an. Es sind zum grossen Teil Vertriebene aus dem von der Lega Nord regierten Kommunen, wo Bürgerwehren nachts durch die Innenstädte patroullieren und Jagd auf obdachlose EmigrantInnen machen. Espositos Film ist still und laut, verzweifelt und fröhlich, wütend und versöhnlich. Ein Emigrant beklagt, dass sie wie Tiere behandelt würden. «Schiesst auf Vögel, wenn ihr schiessen wollt, nicht auf uns.» Er verlangt, dass die sie aufnehmende Gesellschaft eine minimale Infrastruktur zur Verfügung stellt. «Kann man von uns verlangen, dass wir in Kartonschachteln leben?» Der Film geht uns mehr an, als wir wahrhaben können.


16h, Zeughaus 5

Anschliessend Gespräch

mit dem Resisseur