

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt, es werden auch ein neues Video und ein neues Buch (auf Deutsch) zu Geschichte und Konflikt vorgestellt.
765 baskische politische Gefangene in rund 100 spanischen und französischen Gefängnissen und über 2'000 politische Flüchtlinge. Nicht nur das: 250 Verhaftungen im Jahr 2008, 64 Folterfälle, ständige Verlegungen von Gefangenen bis zu vielen tausend Kilometern weg von ihrer Heimat, Isolationshaft, Schikanen und verhinderte medizinische Betreuung in den Gefängnissen, lebenslange Strafen und Verwahrung für politische Gefangene, Verbot fast aller politischen und sozialen Organisationen der baskischen Linken und Verhaftung fast aller ihrer Kader, mit Füssen getretene Meinungs- und Versammlungsfreiheit, systematische Verfolgung von Jugendlichen, jahrelange Präventivhaft, ein Rechtssystem, das nicht einmal bürgerlichen Kriterien standhält, tägliche Repression und Polizeikontrollen auf den Strassen ...
Das ist die Situation im Baskenland, aber nicht 1975, als der letzte faschistische Diktator, Franco, starb, sondern im Jahre 2009 und unter den regierenden Sozialdemokraten der PSOE von Zapatero.
Keine Chance für Frieden und Demokratie im Baskenland? Fast sieht es so aus: nach dem letzten, 2007 gescheiterten Versuch, einen Friedensprozess in Gang zu setzen, nimmt die Spirale wieder ihren unvermeidlichen Lauf: auf die nochmals gestiegene Repression antwortet wieder der x-mal totgesagte bewaffnete Widerstand mit Gegengewalt, auf den Wunsch der grossen Mehrheit im Baskenland nach einer politischen Lösung reagiert die PSOE mit Verboten und einer noch engeren Zusammenarbeit mit der postfranquistischen und antidemokratischen PP. Die Treue zur zentralistischen und unveränderbaren spanischen Verfassung und Einheit wird als Verfassungspatriotismus zur neuen nationalistischen Staatsreligion erhoben, und die baskischen Bürgerlichen der PNV arrangieren sich sehr bequem darin, solange ihre ökonomischen Interessen nicht tangiert werden.
Es gibt sie aber trotzdem noch, die breiten sozialen Bewegungen mit welchen die baskische Linke den Alltag im Baskenland prägt: eine starke, radikale Gewerkschaft, eine bewegte Jugend, engagierte ökologische Initiativen, viele Gruppierungen für die gefährdete baskische Sprache und Kultur, Unterstützungskommitees für Gefangene, Solidarität mit MigrantInnen und mit anderen Kämpfen in der Welt und gegen Globalisierung ... Und immer noch auch viel Lebensfreude sowie die Überzeugung, dass die Baskinnen und Basken eines Tages selber bestimmen werden können, welche Beziehung zu ihren Nachbarn und welche Gesellschaftsform sie haben wollen. Und auch sie gibt es: das Interesse und die Solidarität aus dem Ausland, und wieder zunehmend, wie z.B. die "Euskal Herriaren Lagunak" ("Freundinnen und Freunde des Baskenlandes") in verschiedenen Ländern, s. deutsche Website
Über diese Situation und deren Hintergründe, sowie über die möglichen Perspektiven für einen gerechten Frieden wird ein baskischer Anwalt informieren und anschliessend mit einem Journalisten darüber diskutieren. Am Ende der Veranstaltung, die in deutscher Sprache geführt wird, werden die Videoproduktion "Das zerbrochene Fenster" gezeigt und Neuerscheinungen von Büchern vorgestellt.